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Lesung 2014

16.06.2014

„Bella Italia – sonnige Geschichten aus dem Süden“ – so lautete das Motto der Veranstaltung der Stiftung St. Vincenz Hospital, die just in time zum ersten WM-Aufritt der deutschen Elf zum italophil-literarischen Gegenprogramm einlud. Nicole Frenken, Wahl-Limburgerin und Dauer-Fernweh-Geschädigte durch zahlreiche Aufenthalte in Italien und Frankreich, nahm eine handverlesene Auswahl Interessierter - Patienten, Besucher und Mitarbeiter - auf einen gedanklichen Kurzurlaub mit. Während aus der Stadt die Siegelböller auf den Schafsberg hinauf hallten, liess sich die Rezitatorin, Moderatorin und Texterin unterstützt von ihrem Ehemann Herbert, vielleicht auch ein wenig inspiriert durch südliche Antipasti aus der Vincenz-Küche, nicht von ihrer italienischen Reise abbringen: Unbeirrt rezitierten Frenkens in perfekt abgestimmten literarischen Duett Geschichten voller typisch italienischer Momente: Aus Martin Mosebachs „Die schöne Gewohnheit zu leben“ beispielsweise oder wunderbare Anekdoten über „Le donne italiane“, die sophialoren-gleiche Flugbegleiterin, die man natürlich unmöglich um einen Café bitten kann (während den Zuhörer dabei gleichzeitig ein wenig Mitleid gegenüber der gnadenlosen Gegenüberstellung zur britischen Crew beschlich). Humorvoll-skuril auch die Skizzen von Beppe Servergnini vom „Überleben in Italien…. ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden.“ Nicht weniger faszinierend und – wie im übrigen alle Texte wunderbar akzentuiert und mit dem Hauch eines beinah muttersprachlichen italienischen Akzents vorgetragen, der für gewöhnlich ja nur sehr guten Kennern der Sprache eigen ist – auch die „Mitteilungen aus dem poetischen Chaos“ von Herbert Rosendorfer, die in gelungener Symbiose zum Textauszug von Mark Twains „Michelangelo“ in einer einzigen Hommage an „Rom, die ewig schönste Stadt der Welt“ mündeten. Eine Botschaft, die auch auf dem Schafsberg unwidersprochen blieb…

Nicole Frenken wurde 1971 in Winterberg geboren und hat in Mainz Politikwissenschaft, Publizistik und Volkswirtschaft studiert. Seit über zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Limburg und lässt zu den unterschiedlichsten Themen literarische Texte und Lyrik mit ihrer Stimme lebendig werden.
Ihre Lesung im St. Vincenz war eine Initiative der Stiftung St. Vincenz Hospital, die Angebote für Patienten und Besucher schaffen will, die über das normale Maß des Krankenhausalltages hinaus gehen (siehe auch die Konzertankündigung rechts). In einer weiteren Lesung wird sie im Spätsommer „Glücksmomente – Geschichten vom großen und kleinen Glück“ vortragen.

 

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Lesung 2014 (16.06.2014)